Meine Seele dürstet nach Gott,
nach dem lebendigen Gott.

Psalm 42,3
Monatsspruch Juli 2022

Es ist ein weiter Weg vom Glauben zum Schauen, den wir hier in dieser Welt zurücklegen. Unser Titelbild deutet dies spürbar an. Wir sind und bleiben "unterwegs", mit mehr oder weniger viel "Sehnsucht". "Sehnsucht nach Gott", so lautet auch die Überschrift des Ps. 42 in der Lutherübersetzung. Wenn wir genau hinschauen und nachlesen ist es sogar eine "himmelschreiende Sehnsucht!". Vers 2: Meine Seele schreit zu Gott.

Die Tempelsänger und Musiker können sich kaum selbst beruhigen, der Leidensdruck ist sehr groß, auch der Zweifel und bohrende Fragen setzen den Lobpreis geübten Männern (und Frauen) heftig zu: "Wo ist nun dein Gott?" V. 4+11 "Sie weinen Tag und Nacht" und üben sich in einer Art "Selbstgespräch", "Selbstmotivation", ein Zwiegespräch mit der eigenen Seele. Zweimal heißt es trotzig und selbstkritisch: Was betrübst du dich meine Seele und bist so voller Unruhe?! V 6+12 Und da es ja ein Gespäch ist, folgt sogleich die Antwort: HARRE auf Gott... Ist das die Antwort, die du dir selbst gibst? Kann das schon genug Antwort sein auf die bohrenden "Warum's" unseres Lebens? Was beruhigt und wie beruhigt sich meine/deine Seele wieder? Ich denke, das Harren ist noch wichtiger und besser als das Schreien, Rufen, laute Aussprechen. Harren heißt ja auch ausharren; sich nicht weiter selbst verrückt machen, sich besinnen und beruhigen, sich immer wieder verorten und die guten Erfahrungen mit Gott nicht loslassen; und nicht zuletzt bedeutet Harren, sich vergewissern: "Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft, meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist!"

Wie geht das? Wie komme ich zurück zu dieser festen Erwartung, zu dieser Hoffnung? Das Ziel und die Hilfe aller "Selbstgespräche" bin ich nun mal nicht selbst. Das Ziel und die Hilfe ist und bleibt Gott, der Ewige, Jahwe der HERR. ER der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus ist der wahrhaft Lebendige, nicht ein toter Gott und selbstgemachter Götze. Darum ist auch das Leben bei und mit diesem lebendigen Gott das Ziel aller Sehnsucht, der Heimatort hinter dem Horizont!

Hier sendet er uns seine gütige Hilfe, jeden Tag, siehe Vers 9, und des Nachts beruhigt sich meine Seele, wenn ich zu dem Gott meines Lebens bete, flüstere, denke...! Gottes Angesicht zu schauen, hier zu erahnen und eines Tages dort anzukommen, bleibt das Ziel allen Glaubens.

In diesem Sinne eine gesegnete Ferienzeit mit einem weiten Horizont.

Ihr/euer Volker Sturm